Schloss Reichenow
Die Herzschule ist ein Angebot für Menschen mit chronischen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems sowie deren Lebenspartner. Ziel ist das Erlernen einer herzgesunden Lebensweise und deren sichere Verankerung im Alltag. Dieser tief gehende Prozess braucht Zeit. Wir empfehlen daher allen Interessenten die Teilnahme an einem Jahreskurs.

Typischerweise beginnt dieses "Schuljahr" mit einem mehrtägigen Intensivseminar, das alle Elemente beinhaltet, die auch das Herzschuljahr ausmachen und auf die es bei der Umstellung des Lebensstils ankommt. In den darauffolgenden zwölf Monaten werden die Inhalte wiederholt, vertieft und eingeübt, wobei den individuell unterschiedlichen Bedürfnissen der Teilnehmer viel Aufmerksamkeit geschenkt wird.

"Das Intensivseminar wird seit 2016 jeweils Anfang Januar als Wochenendworkshop in unseren eigenen Räumlichkeiten auf dem Gelände des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe durchgeführt. Der nachfolgende Text skizziert etwas eingehender die Abläufe, wobei er sich am Protokoll des Kurses von 2016 orientiert. Abwandlungen, auch Anpassungen an Teilnehmerwünsche sind selbstverständlich immer möglich.

Das Intensivseminar:


Das Intensivwochenende beginnt am Donnerstagnachmittag um 15.00 und endet am Sonntag nach dem Mittagessen. Die Teilnehmer sind im Gästehaus des Gemeinschaftskrankenhauses untergebracht, ein Arrangement, das wir auch den Teilnehmern aus Berlin nachdrücklich empfehlen. Letztlich geht es in dem Workshop um einen Perspektivwechsel, die Anregung einer veränderten Sicht auf Gesundheit, Krankheit und das eigene Leben, ein Prozess, der von den Teilnehmern vergangener Seminare als gleichermaßen nachdenklich machende wie belebende Erfahrung wahrgenommen wurde. Dieser Prozess wird erleichtert und gefördert, wenn man sich eine konsequente dreitägige „Auszeit vom Alltag“ gönnt.

Nach der Begrüßung und einem ersten Kennenlernen beginnt das Programm Donnerstagnachmittag mit einem Vortrag von Dr. Fried: „Salutogenese, ein neuer Blick auf Gesundheit und Krankheit“ . Nicht nur die Pathogenese, das Verständnis der Krankheitsursachen ist von Bedeutung, ebenso wichtig, aber oft vernachlässigt ist, was uns gesund erhält bzw. wieder gesund werden lässt, die Salutogenese. Dieses Thema wird uns in den nächsten Tagen immer wieder beschäftigen. Danach folgt das gemeinsame Abendessen: Vegetarisch, saisonal, regional/mediterran und unbedingt lecker – um einmal die Eckpfeiler des gemeinsamen Kochens und Essens in der Herzschule in einem Satz zu nennen. Nach dem Abendessen heißt es „Warum bin ich hier?“. Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen an die bevorstehenden Tage werden zusammengetragen und auf Karten geschrieben, die an eine große Pinnwand geheftet werden, wo sie bis zum Ende des Seminars hängen bleiben. Eine kurze Tagesrückschau gegen 21.00 beschließt diesen wie auch die folgenden Tage.

Der Freitag beginnt wie auch Samstag und Sonntag um 8.30 mit „Bewegen in der Natur“, je nach Kondition und Übung joggend, walkend oder nur gemütlich gehend im weitläufigen Gelände nahe der Havel. Danach folgt jeden Tag ein Plenum, verbunden mit einer Rückschau auf die vergangenen 24 Stunden und organisatorischen Hinweisen für den kommenden Tag. Den Vormittagsvortrag hält Ute Gruhn, die Ökotrophologin im Team. Es geht um das große Thema einer gesundheitsfördernden Kost. Titel: „Man schmeckt nur mit dem Herzen gut“. Danach bilden sich zwei Gruppen. Die einen kochen mit Ute Gruhn das Mittagessen für den gesamten Kurs, die anderen führen unter dem Motto „Das Herz öffnen“ in zufällig gebildete Kleinstgruppen Gespräche über Inhalte, die sie besonders beschäftigen und die sie bewogen haben, an dem Workshop teilzunehmen. Nach Mittagessen und Mittagspause geht es am Nachmittag unter Anleitung einer Bewegungstherapeutin weiter mit gemeinsamer „meditativer Bewegung“, wobei zum ersten Kennenlernen auch Elemente aus der Eurythmie eingeflochten werden. Danach kocht die Gesprächsgruppe des Vormittags das Abendessen, die Kochgruppe wird zur Gesprächsgruppe. Nach dem Abendessen geht es entspannt und kreativ zu: Angeleitet durch das Team erstellen die Teilnehmer in kleinen Gruppen Bilder bzw. Collagen zu einem vorgegebenen Thema.

Diese Bilder werden am Samstag, nach „Bewegung in der Natur“ und „Plenum“, gemeinsam betrachtet, was regelmäßig für die jeweiligen Produzenten überraschende Einsichten zur Folge hat. Den Vormittagsvortrag hält Dr. Bruns zum Thema: „Balance – was dem Herzen gut tut“. Danach wird noch einmal bis zum Mittagessen „meditativ getanzt“, ähnlich wie am Nachmittag des Vortages. Der Samstag nachmittag ist erneut der Arbeit in Kleingruppen gewidmet. Wechselweise geht es – wiederum begleitet von einem Psychotherapeuten – um Gespräche über individuell bedeutsame Themen bzw. um Entspannungsverfahren, wobei die bewährte, aber wenig bekannte Methode des „Focusing“ vorgestellt und praktisch erfahrbar gemacht wird. Nach dem Abendessen heißt es „Sprechstunde“. Dr. Fried und das gesamte Team bieten noch einmal viel Zeit und Raum an für alle medizinischen und menschlichen Fragen, die die Teilnehmer im Zusammenhang mit ihrer Krankheit bewegen.

Am Sonntagmorgen werden die am Donnerstag aufgehängten Karten von der Pinnwand genommen. Auf der Rückseite notieren die Teilnehmer, was sich von ihren Hoffnungen und Erwartungen erfüllt hat, und auf eine weitere Karte, was das für sie Wesentliche an dem Wochenende war. In einer großen Abschlußrunde kann sich dann jeder – das Herzschulteam eingeschlossen - zum Lauf des Seminars äußern. Nach dem gemeinsamen Mittagessen treten alle die Heimreise an – erfüllt und angeregt von einem erlebnisreichen Wochenende."

Der Herzschul-Tag:

Montags ist Herzschultag: Von 17 bis 21 Uhr dauert der "Unterricht". Er besteht jeweils aus drei Schwerpunkten:

     1. Bewegung
     2. Kochen und Essen
     3. Gruppengespräch

Die "Bewegung" wird angeleitet von einer Bewegungstherapeutin, "Kochen und Essen" von der Ernährungsberaterin, das "Gruppengespräch" wird moderiert von der Psychologin oder einem Arzt.

Viele Teilnehmer kennen sich schon von der Intensivwoche bzw. dem Intensivwochenende. Regelmäßig kommen aber im Verlauf des Jahres, vor allem in den ersten Wochen, noch einzelne Herzschüler hinzu. Die Teilnahme an der mehrtägigen Einführungsveranstaltung wird unbedingt empfohlen, ist aber keine zwingende Voraussetzung, um bei der Herzschule mitzumachen. - Umgekehrt können Teilnehmer des Intensivseminars, die sich nicht sicher sind, ob sie ein ganzes Jahr weitermachen möchten, eine Probezeit vereinbaren.

Durchgeführt wird die Herzschule in unseren eigenen Räumen im Haus 24 des "Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe".

Das Herzschuljahr:

Das Herzschulejahr beginnt im Januar und teilt sich in insgesamt vier Semester, wobei zusätzlich ab Februar epochenweise noch künstlerische Therapien angeboten werden. Es erstreckt sich über ein Jahr, wobei Feiertage und Sommerferien ausgenommen sind (insgesamt somit etwa 44 Wochen).

Die Herzschule ist von der Struktur her nicht als Dauereinrichtung angelegt - dennoch gibt es Herzschüler, die schon seit zehn Jahren dabei sind. Deshalb hat die Herzschule verschiedene Klassen, wobei der aktuelle, neue Herzschul-Jahrgang immer eine eigene Klasse bildet. Die Teilnehmerzahl in den einzelnen Klassen liegt in aller Regel bei maximal 12 Teilnehmern.

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Herzschule Havelhöhe, Kladower Damm 221, Haus 24, D-14089 Berlin,
Telefon: 030 - 365 01 233/281, Telefax: 030 - 365 01 683, e-mail: