Entspannung
Eines der erklärten Ziele der Havelhöher Herzschule ist es, die Entspannungsfähigkeit zu steigern. Denn sich anspannen und unter Druck etwas leisten - das können viele Herzpatienten; aber sich richtig zu entspannen, müssen die meisten erst wieder lernen. Auch haben die meisten vor einem Infarkt oder Angina pectoris-Anfällen körperliche Signale über lange Zeit nicht ernst genommen. Deshalb ist es wichtig zu lernen, die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, sich selbst wieder besser wahrzunehmen und sich mit den gesunden Lebenskräften des Körpers zu verbinden, anstatt immer nur ängstlich auf Blutdruckwerte oder Herzfrequenz zu starren.

Als Entspannungsmethode hat sich in der Herzschule vor allem das "Focusing" bewährt. Die meisten haben davon noch nichts gehört, finden sich aber rasch in die Methode ein. "Focusing beginnt damit, seinem Körper eine Pause zu gönnen, in der er sich selbst wieder als Ganzes finden kann. (...) Darf Ihr Körper erst einmal er selbst sein, ohne Verkrampfung, weiß er schon alleine mit Ihren Problemen umzugehen." So umschreibt der Begründer des Focusing, Eugene T. Gendlin, diese Methode selbst.

Focusing führt hinein in den Körper und wieder heraus

Um die Körpersprache zu erkennen, wird die Achtsamkeit in den Körper gelenkt und verweilt dort, wo eine körperliche Resonanz auf ein seelisches Gefühl vorhanden ist: weiche Knie, Wut im Bauch, Kloß im Hals, Unruhe oder Ruhe in der Brust - was auch immer. Der Körper wird damit zum Sensor und Resonanzraum für seelisch Erlebtes. Mit etwas Übung wird es auf diese Weise möglich, dem eigenen Körper wie einem guten Freund zuzuhören und mit sich selbst in Einklang zu kommen. Gefühle werden bewusster und damit auch besser zugänglich.

Die Herzschüler lernen mit dem Focusing, sich selbst achtsam durchs Leben zu begleiten und die Beziehungen zu sich und anderen Menschen zu verbessern. Auch können sie unlösbar erscheinenden Konflikten neu und anders begegnen: gelassener, verständnisvoller, friedlicher.

Focusing ist gerade für Herzpatienten eine wichtige Unterstützung - viele sind vorwiegend nach außen orientiert. Nach innen zu horchen, haben sie gänzlich verlernt. Focusing baut eine Brücke zu dem Weg nach innen. Es zeigt eine Möglichkeit auf, wie jeder es schaffen kann, Abstand zu gewinnen zu einer Welt voller Stress. Denn der erste Schritt zu einem wirksamen Stressmanagement bedeutet, sich nicht mehr komplett überwältigen und bestimmen zu lassen von dem, was von außen über uns kommt, es aber auch nicht zu verdrängen.

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