Epochen
In jedes Herzschuljahr sind einzelne Epochen integriert, die schwerpunktmäßig bestimmten zusätzlichen Therapien gewidmet sind: z.B. Malen, Sprachgestaltung, Musik, Biographiearbeit. Diese Epochen erstrecken sich meist über vier bis sechs Wochen. Zwei seien hier beispielhaft herausgegriffen: das Malen und die Biographiearbeit.

Malen

Beim Malen kommt es nicht darauf an, möglichst schön zeichnen zu können. Es geht vielmehr um die Auseinandersetzung mit der Farbe und der Möglichkeit, kreativ zu sein - und das kann jede und jeder. Am Anfang der Epoche steht eine Bildbetrachtung. Dabei sind drei Fragen wichtig: Was sehe ich? Was erlebe ich an dem Gesehenen? Was denke ich über das im Bild Gesehene und Erlebte? Dieses Herangehen schult das Fragen und Suchen - es lässt nach außen lauschen, weckt das Interesse für die Wahrnehmung der anderen, es lässt seelisch mitschwingen, bewusster und vertieft erleben. Nicht selten entsteht dabei ein völlig neuer Blick auf ein Kunstwerk. Es erhält plötzlich ganz andere Dimensionen als diejenigen, die man aus Zeitungsartikeln, Schulunterricht oder Kunstgeschichte kennt. Diese Art der Bildbetrachtung regt an, Fragen zu stellen und nicht immer gleich Antworten parat zu haben.

Im weiteren beschäftigen sich die Herzschüler dann mit dem eigenhändigen Zeichnen und Malen. Dabei ist der Entstehungsprozess, das Erleben und Wahrnehmen, wichtiger als das fertige Bild. Ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel! Es gilt, ein Gefühl zu entwickeln für die Farben, für Helligkeit und Dunkelheit, und das Maß zu finden: wo ist es zu viel, wo zu wenig? Und: Wie wirkt das jeweils auf mich?

Biographiearbeit

Bei der Biographiearbeit geht es darum, einen Blick auf das eigene Leben zu werfen - denn schwere Krankheiten, auch ein Herzinfarkt, ereignen sich ja nicht einfach so - sie haben meist Vorboten, sie sind Ausrufezeichen und Stoppschilder in der Kurve des Lebens. Denn immer wieder lässt sich feststellen, dass Krankheiten einem tiefen inneren Konflikt folgen, ihn begleiten oder ihm vorausgehen.

Die Biographiearbeit stützt sich vor allem auf zwei Säulen: das Betrachten der Lebensjahrsiebte, die jeweils ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten, Themen und markanten Punkte haben. Dabei geht es weniger darum, Erlebtes aufzuschreiben und festzuhalten oder Lebensereignisse zu interpretieren, als vielmehr darum, den damit verbundenen individuellen Lebensweg und seine Botschaften verstehen zu lernen, die Phänomene zu betrachten und darin Antworten zu entdecken. Die zweite Säule besteht im "Lernen vom Schicksal" und der Frage: Warum passiert mir dies oder das immer wieder?

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